Aus Paulas Schreibtagebuch: Keine Runde Sache, die Leserunde bei Lovelybooks

Guten Tag,

 

da die Leserunde, die ich für den Roman Felicitas bei Lovelybooks angezettelt hatte, jetzt schon seit einiger Zeit vorüber ist, ist es höchste Zeit das Fazit zu ziehen. Es lief nicht rund bei dieser Leserunde. Dass ich immerhin drei Sterne bekommen habe, ärgert mich eigentlich nicht. Vier Leserinnen haben zwei, zweimal drei und vier Sterne vergeben. Es hätte mehr sein können. Aber ich habe nicht wirklich mehr erwartet. Und die Kritikpunkte, z. B. das Alter von Felicitas, waren zu erwarten. Es ist mir eben nicht gelungen, allen Leserinnen und Lesern verständlich zu machen, dass Felicitas ein Mensch ist, der zu früh vor großen Herausforderungen steht und daher in gewisser Weise „alterslos“ wird. Unter dem folgenden Link, könnt ihr die Leserunde verfolgen: https://www.lovelybooks.de/autor/Paula-Grimm/Felicitas-1455499043-w/leserunde/1468136201/.

 

Aber vor allem technisch lief es in meinem Blindflug alles andere als rund. Schon das Einstellen der Leserunde mitsamt Bebilderung hatte es in sich. Darüber hinaus gibt es eine klassische und eine moderne Version des Eingabeformulars für Beiträge. Beide haben für Leute, die mit einem Screen Reader arbeiten, ihre Tücken. Da Lovelybooks eine aufwendige Seite betreibt, dauert es im Blindflug seine Zeit, bis man überhaupt zu den Eingabemöglichkeiten kommt.

 

Ich hatte am Beginn der Leserunde Leseetappen zur Orientierung für die Teilnehmer und mich eingestellt. Sollte ich jemals wieder in Versuchung geraten eine Leserunde anzubieten, werde ich die Etappen nach und nach erst einrichten, damit die Diskussion auch streckenweise und nicht mehr so großräumig geführt wird. Die Weitläufigkeit der Diskussion war ein Hauptproblem.

 

Und was ich auf jeden Fall anders machen würde, ist, dass ich beim ersten Eintrag einer jeden Leseetappe einfach nur drei oder vier Fragen stelle. Denn wer fragt, der führt! Das gilt nicht nur in der Gesprächsführung. Das gilt auch bei Leserunden.

 

Die Herumsucherei, das Hin- und herschauten zwischen den beiden Eingabemodi hat so viel Zeit und Geduld gekostet, dass es mich aus dem Konzept gebracht hat. Und ich frage mich, ob es überhaupt Sinn hat als Nutzer mit Seheinschränkung Internetforen zu nutzen, um sich online über die eigenen Bücher auszutauschen. Welche Alternativen gibt es? Das eigene Forum ist keine Möglichkeit. Denn das auch ein selbsteingerichtetes Forum hat eine Struktur, die Überblick im Wortsinn erfordert. Kann bloggen eine Ausweichmöglichkeit sein? Schließlich können Leserinnen und Leser dort jeder Zeit kommentieren. Aber ein eigener Blog wird nie die Reichweite der etablierten Bücherforen erreichen. Und eine Oma muss lange stricken bis ein Blog überhaupt eine Reichweite hat.

 

Wer eine Leserunde bei Lovelybooks machen möchte, kann diese für Lieblings- wie auch für selbstgeschriebene Bücher organisieren. Ein guter Plan, der auch zeitliche Vorgaben enthält, ist unbedingt nötig. Fragen sind sehr hilfreich, um die Diskussion anzustoßen und zu gestalten. Und gerade, wenn sich eine Leserunde um eigene Bücher dreht, ist ein dickes Fell wichtig. Denn es ist immer etwas anderes, ob man die Kritik nur erwartet oder ob sie im Netz steht. Große Vorsicht ist auch bezogen auf die Verteidigungshaltung geboten. Es gibt eben viele „Schweine“ auf dieser Welt. Und auch in der Buchwelt muss es sie geben. Dafür muss man sich nicht rechtfertigen oder? Und man muss diese Leute auch nicht verteidigen. Man muss sich nur fragen, warum sie so handeln wie sie handeln und ob man ihre Handlungsweise verständlich gemacht hat. Schwierig ist, herauszufinden, ob man eine Figur nicht verständlich angelegt hat oder ob Leserinnen und Leser sie nur ablehnen.

 

Ich wünsche allen, die eine Leserunde machen, viel Erfolg und Freude damit und allen Teilnehmern interessante Diskussionen und Lesefreude!

 

Liebe Grüße

 

Paula Grimm

Autor: PaulaGrimm2412

Paula Grimm ist das Pseudonym für meine Arbeit als Autorin. Ich wurde am 24. Dezember 1965 in Issum im Kreis Kleve geboren, bin seit Geburt vollblind und ursprünglich Diplompädagogin von Beruf. Seit Oktober 2004 lebe ich wieder am linken Niederrhein, war freiberufliche Lebensberaterin und Webtexterin für unterschiedliche Schreibbüros und Webportale und bin seit August 2016 offiziell freiberufliche Autorin. Ich bin prosaisch. Aber treibe es bezogen auf Prosatexte thematisch und stilistisch bunt.

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