Paulas Schreibtagebuch – Eigenhändig lesen, schreiben und vorlesen

Guten Tag,

wie sehr mir das Lesen, das Schreiben und die Literatur am Herzen liegen, wird mir immer wieder aufs Neue klar. Und es ist mir ein Anliegen und eine Freude Euch an meiner Begeisterung für die Literatur teilhaben zu lassen. Und da die Begeisterung und Magie des Schreibens und der Literatur in meinen Büchern für meine Protagonistinnen auch eine wesentliche Rolle inne hat, gibt es unter den Konzeptlesungen, die ich für Euch entwickelt habe, auch eine über die Magie der Bücher, die Ihr unter https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/2018/10/16/lesungen-von-paula-grimm-03-von-der-magie-des-schreibens/. Und da mir alles rund um lesen und schreiben immer wieder im Kopf herumgeht, findet Ihr bereits einige Artikel in meiner Schreibwerkstatt zum Lesen, zum Schreiben und zum Vorlesen. Und da auch neue Leserinnen und Leser in diesem Blog stöbern, und da manche Beiträge zu neuen unterschiedlichen Aspekten und Perspektiven von aktuellen Posts passen, erinnere ich an ältere Artikel dieses Blogs. So ist das auch in diesem Beitrag, in dem es mir darum zu tun ist, Euch zu zeigen, wie wichtig es mir ist, in meinen Lesungen eigenhändig zu lesen.

Nicht jede(r) vollblinde Autor(in) entscheidet sich dafür, in ihrer oder seiner Lesung Texte vorzutragen. Vollblinde oder stark sehbehinderte Schriftsteller*innen nutzen oft auch die Möglichkeiten der modernen Technik, z. B. MP3-Player oder einen Leser, der ihre Texte bei öffentlichen Veranstaltungen vorträgt. Unter Autor*innen mit Seheinschränkungen reißt die Diskussion darüber, ob Lesungen mit Groß- oder Punktschrift nicht zu aufwendig und auffällig sind und ob die Auffälligkeit des mitgebrachten Lesestoffs nicht das Gespräch mit den Leserinnen und Lesern von der Literatur und dem Autor ab- und zu sehr auf die Verwendung der Kulturtechnik durch den Autor hinlenkt.

Es heißt: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!“ DA ich nach über 45 Jahren im Umgang mit der Punktschrift immer noch von der Kulturtechnik der Blinden begeistert bin, macht es mir nicht nur nichts aus auch über die Brailleschrift, und wie ich sie persönlich einsetze, zu reden. Es ist mir sogar eine große Ehre in den Fußstapfen von Louis Braille zu gehen. Damit es bei meinen Lesungen aber nicht nur um die Punktschrift geht, empfehle ich gern Paula Grimms Schreibwerkstatt und die folgenden beiden Artikel, die ich im Jahr 2017 hier eingestellt habe, weiter.
1. Sechs Punkte für sechs Punkte
In diesem Artikel geht es um die Geschichte der Brailleschrift und meine ganz persönliche Beziehung zur weltweit anerkannten Kulturtechnik der Blinden. Und hier geht’s zum Beitrag: https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/2017/07/24/aus-paulas-schreibtagebuch-sechs-punkte-fuer-sechs-punkte-ueber-die-punktschrift/.

2. Fünfundvierzig Jahre mit der Brailleschrift
Auch in diesem Post, der genau 45 Jahre nach meiner Einschulung in die Blindenschule Düren erschien, ist von persönlichen Erfahrungen geprägt. Ein wichtiges Augenmerk dieses Beitrags liegt auf der Modernisierung im Umgang mit der Brailleschrift.

Für Leserinnen und Leser ist jedoch wohl nicht nur das Lesen der Punktschrift interessant. Und so ist sicherlich auch der Eintrag in Wikipedia für Euch informativ. Er enthält auch Bilder von Schreibsachen für blinde Menschen, z. B. Punktschrifttafeln, wie ich sie in meinem aktuellen Buch stille Bylle erwähne. Hier geht’s lang zu einigem Anschauungsmaterial: https://de.wikipedia.org/wiki/Blindenschrift.https://de.wikipedia.org/wiki/Blindenschrift

Seit ich lesen und schreiben kann lese und schreibe ich mehr als von mir gefordert wird. Und ich habe immer noch eine große Freude daran, die ich gern mit Euch teilen möchte, denn ich lese seit ich lesen kann auch gerne vor und lasse mir vorlesen. Wer eine Lesung von mir buchen möchte, kann in diesem Blog stöbern und sich eine der Themenlesungen heraussuchen und mich anmailen oder anrufen. Oder Ihr nehmt einfach so zu mir Kontakt auf. Was mir auch Freude macht, ist, mit anderen im Wechsel zu lesen, wenn es thematisch passt.
Birgit Arnold hat meine beiden ersten Bücher ausgezeichnet vorgetragen. Aber ein besonders großer Wunsch von mir ist, einmal eines meiner Bücher selbst als Hörbuch lesen zu dürfen. Schauen wir mal, ob das nicht vielleicht schon mit stille Bylle im Herbst oder im Jahr 2020 Wirklichkeit werden kann. Drückt mir bitte die Daumen!

Liebe Grüße

Paula Grimm

P. S.: Alle Konzeptlesungen wie die blaue Stunde findet Ihr in der Kategorie Themenlesungen.
P. P. S.: Spannende Themen bei Lesungen über das Lesen gibt es viele wie wäre es zum Beispiel mit der Frage, was Augen- und Handleser gemeinsam haben und unterscheidet.

Bloglese – Was man auf einer Autorenwebseite schreiben und lesen kann

Guten Tag,

der Beitrag von gestern Nachmittag in der Selfpublisherbibel von Matthias Matting befasst sich mit dem, was sinnvollerweise auf einer Autorenwebseite eingestellt werden sollte. Das, was man als Autor auf seiner Homepage einträgt, ist natürlich auch das, was Leserinnen und Leser erwarten dürfen. Und hier geht’s lang zum Beitrag von Matthias Matting:

http://www.selfpublisherbibel.de/autoren-tipp-worueber-soll-ich-auf-meiner-website-schreiben/.

Liebe Grüße

Paula Grimm

Schimpf und Schande, Tex-, Blog- und IdeenMord und zu guter Letzt ein ermunterndder Artikel

Guten Tag,

diejenigen, die häufiger in die Schreibwerkstatt schauen, haben es vielleicht schon bemerkt. Die Unterseite des Blogs mit dem Titel Servicecenter ist seit Dienstag gelöscht. Es wird auch nicht das einzige Teil sein, dass ich begrabe.

In der nächsten Zeit werden die Spendenlinks und die Blogs Paulas Romantik, Buchmacherkladde und Medienfundgrube bestattet.

Die Gründe dafür, dass einige Blogs, Texte und Ideen verschwinden werden, sind, dass die Services, Angebote und Themen, die entfernt werden, nicht nachgefragt wurden, und dass ich es leid bin mich als eine von denen beschimpfen zu lassen, die überflüssiges anbieten, damit das Web zumüllen und für manches von dem Kram auch noch Geld verlangen.

Das bedeutet, dass ich keine Inhalte von anderen Selfpublishern und Bloggern annehme, dass ich keine Rezensionsaufträge mehr annehme, und dass ich wenn überhaupt nur Gastbeiträge veröffentliche, wenn ich sie mir selbst gesucht habe. Die eingestellten Literaturkampagnen bleiben. Aber es werden keine neuen Schwarmfinanzierungen mehr beworben. Das mache ich nur noch in Facebook und auf Twitter.

Es bedeutet aber nicht, dass ich aufhöre interessante Artikel zu verlinken und über meine Lesefrüchte zu schreiben. Ich bin nicht länger das, was die Soziologen ein „Warenhaus“ nennen. Und ich fokussiere mich ab sofort auf das Selfpublishing.

Die vielen Nebenaufgaben, die ich mir selbst gestellt hatte, über die ständig von überall her geunkt wurde, müssen einfach weg, damit die Arbeit an meinen Büchern und Lesungen besser werden kann. Ich muss den Kopf frei bekommen.
Sehr lange habe ich mich herunterziehen lassen und geblaubt, was oft immer noch gesagt wird, dass Selfpublishing der Bereich ist, in dem diejenigen schreiben, die keinen Verlag finden, eben die hoffnungslosen Fälle des Literaturbetriebs. Zu guter Letzt gibt es in diesem Beitrag einen Link zu einem Text, der Selfpublisher aufbauen kann, die sich wie meine Wenigkeit oft ins Boxhorn haben jagen lassen, und die ihre Arbeit entwerten, indem sie auf zu vielen Medienhochzeiten tanzen: https://vera-nentwich.de/coni/vera/verablog.nsf/dx/selfpublishing-koenigsdisziplin.htm.
Liebe Grüße

Paula

Lesungen von Paula Grimm – 03. von der Magie des Schreibens

Selbstverständlich ist es jeder Zeit möglich eine Lesung zu buchen, die keinen thematischen Schwerpunkt hat. Aber es spricht wohl nichts dagegen, sich Themenlesungen auszudenken und sie anzubieten. Und dies ist der dritte Themenvorschlag von Paula Grimm. Wer die Bücher kennenlernen möchte, wird hier fündig: https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/buchladen/.

03. Von der Magie des Schreibens

Die Lesung beginnt immer mit dem Text sechs Punkte für sechs Punkte, der von der Bedeutung der Punktschrift für die Entwicklung der Autorin handelt und allgemeine Aspekte über die Geschichte der Kulturtechnik der Blinden enthält. Danach folgen Textauszüge aus dem Roman Felicitas mit dem Untertitel die ersten sieben Leben eines Pumas, die von den Möglichkeiten handeln, die das Schreiben für Felicitas hat und von der Magie des Schreibens erzählen.

Auch diese Lesung kann als Wohnzimmerlesung oder als größere Veranstaltung gebucht werden.
Der Preis für eine Wohnzimmerlesung für bis zu zehn Personen beträgt 50,00 € zuzüglich Spesen. Für 200,00 € zuzüglich Spesen kann eine größere Lesung gebucht werden. Anfragen zu Lesungen und Buchungen sind via Mail möglich. Die Adresse lautet: info.

Bloglese – Radiobeitrag zum Thema schreiben und veröffentlichen am Beispiel von drei Autoren aus Halle

Guten Tag,

hier kommt eine Linkempfehlung zum Thema schreiben und veröffentlichen. Der Radiobeitrag ist ein gutes Beispiel dafür, was auch oder gerade regionale Radiosender für Literatur leisten können, und welch ein guter Platz das Web für die Öffentlichkeitsarbeit von Autorinnen und Autoren ist. Und hier geht’s lang zur Sendung von gestern Abend: http://lokal.radiocorax.de/schreiben-und-veroeffentlichen-in-halle/.

Jennifer hatte mir für meinen jüngsten Blog https://arsdiversitatis.com eine Kurzvorstellung zur Verfügung gestellt, die Ihr hier lesen Könnt:
https://arsdiversitatis.com/2018/07/01/portraet-der-kuenstlerin-jennifer-sonntag/.

Ich wünsche Euch gute Unterhaltung mit dem Radiobeitrag und der Kurzvorstellung von Jennifer Sonntag!

Liebe Grüße

Paula Grimm
Den Tipp habe ich von Jennifer Sonntag, die im letzten Teil der Sendung telefonisch zu Wort kommt.

Bloglese . Wider die Selbstzweifel

Guten Tag Ihr Lieben,

dieser Beitrag ist nicht die erste Befassung mit dem Thema Selbstzweifel. So habe ich diese Plage unter https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/2017/06/11/paula-grimms-schreibtagebuch-ueber-die-zweifelmaeuseplage/ beschrieben. Eben fand ich in meinem E-Mailpostfach den Hinweis auf einen Post, der nicht nur unterschiedliche Selbstzweifel beschreibt, sondern auch Tipps enthält, wie man ihnen begegnen kann. Und hier geht’s lang zum Artikel: https://www.vomschreibenleben.de/selbstzweifel-als-autor-was-du-dagegen-tun-kannst-gastbeitrag/. Es ist ein sehr hilfreicher und gut geschriebener Beitrag, aus dem mir bestimm ein Bild in Erinnerung bleiben wird, dass Selbszweifel Scheinriesen sind. Denn obwohl ich die Selbstzweifel als Zweifelmäuse bezeichnet habe, da sie sich zu Zeiten stark zu vermehren scheinen, und nagen wie die Mäuse, kenne ich auch die Erfahrung, dass Selbszweifel sich zu Giganten aufblasen.

Worüber ich mir jedoch ernsthaft Gedanken machen muss, ist, dass es Autoren wie mich gibt, bei denen Selbstzweifel beim Schreiben immer auf einen fruchtbaren Nährboden fallen, da das Thema nie zu genügen Lebensthema ist, gegen das ursprünglich lesen und schreiben das einzige Mittel waren.

Liebe Grüße

Paula Grimm

Bloglese – Mittwochs immer Schreibdeletanten in Folge 316 über die Geschlechterfrage

Und guten Tag zum Dritten,

durch einen Post von Marcus Johanus wurde ich an die 316. Folge der Schreibdeletanten erinnert. Unter

https://www.youtube.com/watch?v=lusLJ18RbrE geht es um die Entscheidung für das Geschlecht, das die Hauptfigur eines Romans haben soll und darum, welche Aspekte für oder gegen eine Hauptfigur des eigenen Geschlechts mit sich bringt.

Liebe Grüße

Paula Grimm

Aus Paulas Schreibtagebuch: Plötzlich – Geschichten – Texte aus der Lesbar und Texterei von Texthase Online I.

Guten Tag,

 

Bei all den Blogempfehlungen der letzten Zeit ist die Frage berechtigt: „Was geht beim Schreiben ab mit der Paula?“ – In den letzten Wochen ging es vor allem im Kopf bei der Paula äußerst turbulent zu. Was tun, um das eigene Schaffen angemessen zu präsentieren und damit auch bekannter zu machen? Das war eine aber nicht die einzige Frage. Was soll in der nächsten Zeit geschrieben werden? Das war die zweite Frage. Es gibt ja Zeiten, in denen alles oder zumindest einiges zu viel ist. Und dann sind zwei Fragen mindestens eine zu viel. Aber irgendwann gibt es dann auf alles zumindest eine Antwort.

 

Ich fange mit der zweiten Frage an. Denn sie ist eigentlich viel wichtiger. Schließlich lag mein Schreibwerk fast brach. Und da mich die Überzeugung, dass schreiben fast die einzige Sache ist, die ich kann, und bei der ich mich mit über 50 noch weiterentwickeln kann, musste diese Frage zuerst beantwortet werden.

 

In der Woche vom 07. bis zum 13. August gingen die Uhren in meinem Umfeld und auch für mich anders als sonst. Denn meine beiden Schwestern, mit denen ich zusammen wohne, hatten Urlaub. Es blieb mir also nicht die Zeit so lange zu arbeiten wie gewöhnlich. Und Ruhe hatte ich auch nicht. Aber, um in den eigenen Dokumenten in Ordnern und im Macbook aufzuräumen, war genug Zeit. Bei der Sichtung der Daten und Akten fielen mir Geschichten in die Hände, die recht brauchbar sind und nur eine sorgfältige Überarbeitung benötigen. Das reicht für ein kleines Büchlein. Darüber hinaus sind da noch acht Kapitel des Engelromans, dessen Anfang ich in der nächsten Zeit hier auch einstellen werde und der zweite Teil des Felicitasprojekts.

 

Aller guten Dinge sind drei. Und diese drei Projekte werden, so Gott will, nacheinander Wirklichkeit werden. Um ein bisschen Abstand zu gewinnen, habe ich mich für die Bearbeitung der Geschichten entschieden. Dafür werde ich den September und fast die ersteHälfte des Oktobers brauchen. Und ich liebäugele damit, es für dieses Proejkt mit Crowdfunding zu bei 100 Fans zu versuchen.

 

Der Titel lautet plötzlich. Denn in allen Geschichten gibt es einen Augenblick, in dem sich plötzlich etwas oder alles ändert. Einige dieser Geschichten sind in einer „Urfassung“ in diesem Blog eingestellt, z. B. Hildes Todesfall.

 

Dieses Büchlein mit Texten aus der Lesbar und Texterei von Texthase online wird nicht der einzige Band mit kürzeren texten bleiben. Da sind noch die Essays, die sich auch in meinen Akten angesammelt haben. Die kommen auch noch irgendwann aber erst, wenn die drei genannten Projekte fertig sind. Das wird mindestens bis Mitte 2019 dauern.

 

Und was die erste Frage betrifft, bekommt ihr wahrscheinlich morgen Vormittag eine audiovisuelle Überraschung von mir. Es ist ein kleiner Schritt auf dem Weg zur angemessenen Präsentation meiner Texte. Aber wenigstens gehe ich jetzt endlich weiter!

 

Liebe Grüße

 

Paula Grimm

Aus Paulas Schreibtagebuch: Fünfundvierzig Jahre Mit der Brailleschrift

Mit der Brailleschrift ins moderne Medienzeitalter

 

Guten Tag,

am 08. August 1972, heute vor 45 Jahren, wurde ich in die Landesschule für Blinde eingeschult. Heute ist also ein ganz besonders guter Tag, um noch einmal über die Blindenschrift und ihre Bedeutung für mich zu schreiben. Grundinformationen mit den sechs Punkten, warum mir die Kulturtechnik der Blinden so wichtig ist und mir immer noch Freude macht, gab es im Beitrag: https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/2017/07/24/aus-paulas-schreibtagebuch-sechs-punkte-fuer-sechs-punkte-ueber-die-punktschrift/.

Ab dem 08. August 1972, der übrigens auch ein Dienstag war, lernten Sabine, Bernd, Beate, Matthias, Andrea, Peter und meine Wenigkeit bei unserem Klassenlehrer herrn Uerlings lesen, schreiben, rechnen und Sachkunde. Unsere Fibel war von Frau Ria Bleilevens erstellt worden, die auch eine Lehrerin an der Rheinischen Landesschule, wie sie damals noch hieß, war. Diese Fibel war ein Ordner mit Seiten, die aus Folie waren, die vermittels eines Wärmedruckverfahrens mit den Buchstaben, kurzen Sätzen und kleinen Geschichten in Punktschrift bedruckt worden waren. Das Wärmedruckverfahren wurde im schuleigenen Medienraum von Herrn Wolter nach Bedarf ausgeführt. Wie die Fibeln für die Erstklässler wurden auch andere Lehrmittel, z. B. Landkarten mit dieser Technik angefertigt.

Es gab jedoch auch gedruckte Schulbücher aus den Punktschriftverlagen in Hannover und Paderborn, das Lesebuch die Auswahl und später das Geschichtsbuch die Reise in die Vergangenheit oder das Biologiebuch dein Weg zur Natur. Darüber hinaus gab es auch eine schuleigene Bücherei, die auch Kinderbücher in der Blindenvollschrift hatte, die wir während der gesamten Grundschulzeit lasen. Meine Patin schenkte mir zum Geburtstag am 24. Dezember und zu Beginn der Sommerferien immer mindestens ein Buch aus Paderborn, wo es nicht nur gebundene sondern auch Bücher in Heftform zu kaufen gab, die wesentlich günstiger aber sehr gut angefertigt waren, sodass ich sie, wenn ich aus ihnen „herausgewachsen“ war, an jüngere Kinder weitergeben konnte. In meiner Buchschatztruhe landeten Werke von Otfried Preußler, Ursula Wölfel et c.

Wir lernten mit unseren Bogenmaschinen Punktschrift zu schreiben. Die Blindenkurzschrift lernten wier bedauerlicherweise erst zu Beginn der Hauptschulzeit mit der Kurzschriftfibel von Herrn Zedler. Dieses Werk wurde seiner Zeit in Hannover hergestellt. Bei einer blinden Lehrerin, Frau Herrmann, lernten wir auch mit dem klassischen Schreibgerät, der Punktschrifttafel zu schreiben. So wie es zwei Modelle der Bogenmaschinen gab, gibt es auch unterschiedlich große Tafeln. Eine in der Größe einer Postkarte ist immer noch für Notizen in meinem Rucksack. Ich kann damit recht ordentlich spiegelschrift schreiben.

Was uns später noch sehr nützlich wurde, war, dass wir ab der ersten Hauptschulklasse Schreibmaschinenunterricht hatten. Was wir mit dem Zehnfingersystem zunächst auf mechanischen und später auf elektrischen Schreibmaschinen schrieben, konnten wir zunächst selbst nicht lesen und korrigieren. Ab Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts machte es die Computertechnik jedoch möglich spontan Texte in die Tastatur zu tippen, ohne zuvor eine Punktschriftversion anzufertigen, die man dann erst noch abschreiben musste. Korrigieren wurde damit auch ganz einfach.

Blinde nutzen für die Arbeit am Computer ein handelsübliches Notebook oder einen ganz normalen Desktop, der als Zusatz ein Screen-Reader-Programm hat, an dem eine sog. Braillezeile angeschlossen wird. In Wikipedia werden Braillezeilen bzw Brailledisplays wie folgt beschrieben:
„Die Braillezeile, kurz Zeile, oder Brailledisplay ist ein Computer-Ausgabegerät für Blinde, das Zeichen in Brailleschrift darstellt. Üblicherweise werden sie durch Screenreader angesteuert, die Zeichen in ausgewählten Bildschirmbereichen auslesen und in Computerbraille darstellen. Dadurch können Blinde große Teile der Standardsoftware benutzen und selbstständig am Computer arbeiten.

Die Funktion der Brailleschriftdarstellung basiert auf dem piezoelektrischen Effekt speziell gezogener Kristalle, die sich beim Anlegen einer elektrischen Spannung verbiegen und damit dann einen Stößel als Punkt aus einer Fläche herausragen lassen, elektronisch gesteuert, um die Zeichen in Blindenschrift aufzubauen. Die Benutzer können mit ihren Fingerkuppen die Zeichen abtasten. Es gibt Braillezeilen, die 20, 40 oder 80 Zeichen darstellen können.

An der Braillezeile sind Steuertasten angebracht, mit denen der dargestellte Bildschirmausschnitt verschoben werden kann.

Da für die Arbeit am Computer mehr Zeichen notwendig sind, als sich mit sechs Punkten darstellen lassen, wird zu den drei Punktzeilen der Standard-Brailleschrift oft eine vierte Zeile hinzugefügt, sodass acht Punkte zur Verfügung stehen. Auf diese Weise erhält man 256 Kombinationen. Die Codierung der Standardzeichen bleibt dabei jedoch weitestgehend gleich, die letzte Zeile bleibt lediglich leer.

Alternativ können Screenreader auch eine Sprachausgabe bieten. Gegenüber dem Vorlesen sind Braillezeilen genauer und geben Wort für Wort wieder. Somit kann auch die Rechtschreibung direkt überprüft werden, ohne dass die Sprachausgabe buchstabieren muss.

Da Braillezeilen nur in kleinen Stückzahlen hergestellt werden, sind die Produktionskosten entsprechend hoch. Der Anschaffungspreis für eine Zeile, die 80 Zeichen darstellen kann, beträgt ungefähr 10.000 Euro. Die Kosten hierfür werden in Deutschland bei vorliegender Indikation von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. In Österreich werden die Kosten von den Bundessozialämtern und den Ländern erstattet.“

In dem Artikel von Wikipedia, den ich hier auszugsweise zitiert habe, findet Ihr auch bildliche Darstellungen, die Brailledisplays und ihre Funktion anschaulich machen. Da sowohl Braillezeilen als auch die Sprachausgaben, die ebenfalls über die Screenreaderprogramme gesteuert werden, den Inhalt des Computerbildschirms nur auszugsweise darstellen oder vorlesen, kann die Arbeit an Computern für blinde Nutzer effizienter und vereinfacht werden, wenn beide Komponenten zur Verfügung stehen. Blinde, die eine Braillezeile beantragen, können die Computer für ihren Heimarbeitsplatz, also für den privaten Bedarf, bei ihrer Krankenkasse beantragen. Wer einen Computer allerdings für seine Arbeit benötigt, muss seinen Antrag bei öffentlichen Trägern wie Arbeitsagentur oder dem sog. Integrationsfachdienst einreichen.

Quelle:

de.wikipedia.org/wiki/Braillezeile

Inzwischen lesen Blinde und hochgradig Sehbehinderte nicht nur Großdruck oder Punktschrift oder scannen sich bücher ein, die sie sich eigenhändig auf ihre Bedürfnisse hin formatieren. Die Lektüre von Ebooks ist ebenfalls möglich und das auch nicht nur über die akustische Wiedergabe. Kindle, iBooks und Epub können mit der Braillezeile gelesen werden. Das geht mit den kurzen Brailledisplays sogar mobil. „Blauzahn sei Dank!“ 😉 Allerdings sind nicht alle Ebooks barrierefrei zugänglich. Denn häufig gibt es Konflikte zwischen den Screen Readern und der Kopierschutztechnik.

Ich bin froh und dankbar die Brailleschrift gut gelernt zu haben und sie viereinhalb Jahrzehnte angemessen genutzt zu haben und miterlebt zu haben wie anpassungsfähig meine Kulturtechnik ist. Mir sind die Schwierigkeiten bei der Hilfsmittelbeschaffung und die Barrieren, die es immer noch gibt, oder die neu dazu gekommen sind, bewusst. Und ich hoffe, dass wir nicht von der Weiterentwicklung abgehängt werden und hoffe, auf weitere Jahrzehnte mit der Punktschrift als Lektüre und zum Schreiben. 😉

Liebe Grüße

Paula Grimm

P- S.: Ohne die Entwicklungsfähigkeit der Brailleschrift und meiner Wenigkeit wäre dieser Blog und die Paula Grimm als Autorin gar nicht da!

Aus Paulas Schreibtagebuch: „Warum klaue ich keine Anfänge von Artikeln und anderen Texten?“

Auch für Blogger und Autoren, die Schreibübungen suchen!

 

Guten Tag,

 

am Donnerstagnachmittag las ich den folgenden Beitrag mit 25 Übungen für kreatives Schreiben: http://www.schreibsuchti.de/2017/08/03/kreatives-schreiben/. Bei der zweiten Übung stutzte ich. Denn sie lautet: „Klaue Anfänge!“ Bei der Übung soll man den Anfang eines Textes nehmen, ihn weiter schreiben und am Ende den Anfang durch einen neuen eigenen ersetzen. Das habe ich noch nie gemacht nicht mal mit eigenen Texten, die länger auf dem Macbook oder in der Schublade vor sich hingegammelt hatten.

 

Die Sache ging mir nicht aus dem Kopf und so fragte ich mich, nachdem ich den gesamten Artikel gelesen hatte: „Warum klaust du keine Anfänge für Blogartikel und andere Texte?“ Ich war mir sofort im Klaren darüber, dass ich nicht die geringsten Skrupel hätte, einen Anfang vorübergehend „auszuleihen“. Dazu kommt, dass ich genug Material in meinem eigenen Textdepot habe, an dem ich mich bedienen könnte, ohne Skrupel haben zu müssen.

 

Die Antwort ist einfach: „ich habe kein Problem mit Textanfängen und kann mich wirklich nicht daran erinnern, ob und wann mir jemals ein Anfang schwer gefallen ist.“ Es war natürlich nicht das erste Mal, dass ich einen Tipp zum Thema Textanfänge gelesen habe. Aber bis Donnerstag hatte ich mir darüber, warum ich keine Angst oder andere Startprobleme mit neuen Texten hatte, nie ernsthaft Gedanken gemacht. Dabei gehört das Problem mit den Anfängen zu den Schwierigkeiten, die so oft beschrieben werden, dass man versucht ist zu glauben, dass jeder gefälligst ein Problem damit zu haben hat. Und da es sich um ein so sehr geläufiges Thema handelt, klingt es natürlich eingebildet, wenn jemand behauptet, er oder sie hat damit kein Problem. In einem solchen Fall ist es wohl das Beste, sich selbst etwas Gutes zu tun, indem man die Tatsache dankbar annimmt sich aber nichts darauf einbildet und sich den Problemen widmet, die man wirklich hat.

 

Und dennoch ist die Frage spannend, warum man mit einer Sache, di für so viele Kolleginnen und Kollegen ein Problem darstellt, überhaupt keine Schwierigkeiten hat. „Warum klaust du keine Textanfänge?“ Die Antwort lautet ganz einfach: „Weil jeder Textanfang die Antwort auf eine Frage ist!“ Kommt mir eine neue Persönlichkeit in den Sinn, frage ich z. B.: „Wer bist du?“ oft stelle ich auch ausführlicher Fragen wie: „Wer bist du große Frau?“

 

Man Sagt: „Aller Anfang ist schwer!“ „Stimmt das?“ „Ja, es stimmt. Denn aller Anfang ist schwer, auch wenn man Fragen als Ursprung eines Textes nutzt.“ „Warum ist ein Anfang schwer, der die Antwort auf eine Frage ist?“ „Es ist nicht immer einfach die geeignete Frage zu stellen. Die meisten Menschen haben das Fragen lange nicht geübt und vergessen, wie geeignete Fragen gestellt werden können. Oder sie sind davon überzeugt, dass ihnen das Fragen vergangen ist und zwar das Fragen, das gepaart ist mit einer Offenheit, die Antworten möglich macht, die zu weiteren Fragen führen und ungewöhnliche oder doch wenigstens neue Antworten hervorbringen können.“

 

„Wer fragt, der führt!“, heißt es. Und auch das stimmt. In diesem Zusammenhang gilt natürlich aber auch, dass Blogger und Autoren sich selbst mit fragen auch in die Irre führen können. So kann es leicht passieren, dass zu viele Fragen gestellt werden, mit denen man zu viele Anfänge macht, die nicht bis zum Ende geführt werden, oder aus denen man nicht den Interessantesten herausfindet, um ihn bis zu einem angemessenen Ende zu führen. Aber diese und andere Gefahren lauern immer, wenn mann schreiben übt.

 

Mir kam in den Sinn, dass fragen bezogen auf die Weiterentwicklung des Schreibens nicht nur was für Anfänger und Anfänge ist. Aus diesem Grund habe ich beschlossen zu meinen Leisten, der Weiterbildung, zurückzukehren und ein Büchlein über fragen und schreiben zu verfassen. Der Arbeitstitel lautet: „Frag dich kreativ! – Wie fragen die Schreibentwicklung inspiriert!“

 

Für ein solches Projekt fallen einem dann gleich die wichtigsten Fragen ein, wenn man erst einmal damit anfängt. Daran kann man erkennen, wie einfach es mit einer gewissen Übung werden kann. Aber auch, wenn man bewusst das Fragen als Initialzündung für die Kreativität verwendet, wird man um das Üben nicht herum kommen.

 

Ich bin gespannt, welche Fragen und Antworten mir noch in den Sinn kommen werden. Der Anfang ist jedenfalls mit diesem Artikel gemacht und mir sind schon einige Fragen und Antworten eingefallen, z. B. wie man Übungen, die ich kenne im Sinne von „Frag dich kreativ“ einsetzen kann.

 

Liebe Grüße

 

Paula Grimm