Für Autorinnen und Autoren – Wozu Episodenromane gut sein können

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in früheren Zeiten war es üblich, Romane und längere Erzählungen in Zeitungen oder Magazinen zu veröffentlichen, bevor sie als Buch gedruckt wurden. So wurden die Werke von Charles Dickens zunächst als Zeitungsbeilagen herausgegeben.

Bis weit ins 20. Jahrhundert konnten interessierte Leserinnen und Leser nicht nur kurz Geschichten in Tageszeitungen oder Wochenmagazinen finden.

Vorabdrucke in Zeitschriften bedeuteten nicht, dass die Werke nicht später auch als gedrucktes Buch publiziert wurden.

Nur noch selten finden Literaturinteressierte Prosatexte oder Lyrik in Zeitschriften. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass Papierzeitungen immer weniger Umsatz erzielen.

Wenn man bedenkt, dass Vorabdrucke längere Zeit Steigbügel für die spätere Veröffentlichung waren, kann man sich leicht vorstellen, dass das heutzutage auch noch möglich sein könnte. Allerdings war es wohl nie so, dass Autoren mit Vorabdrucken den großen Reibach machen konnten, was auch darauf zurückzuführen war, dass die Texte immer Beilagen in Periodika waren.

Im Zeitalter der Digitalisierung bieten Zeitungen und Magazine ihre Inhalte auch im Web an. Vorabdrucke von Büchern gehören aber meines Wissens nicht dazu. Literatur wird in den Kulturteilen online vorgestellt und rezensiert.

Dass die Möglichkeit, Bücher im Vorabdruck in den Printmedien inzwischen Seltenheitswert hat, bedeutet keineswegs, dass Autoren ihre Werke nicht im Vorab veröffentlichen können. Denn so, wie Vorabdrucke von Büchern von Zeitungsboten ins Haus geliefert wurden, können heutzutage Onlineportale, Maildienste und Apps Geschichten direkt an den Leser bringen.

Dabei gibt es nicht nur Anbieter, bei denen man seine Geschichten kostenfrei einstellen kann. Inzwischen habe ich mich mit zwei Möglichkeiten, Episodenromane, und Einzelgeschichten anzubieten, näher beschäftigt.

Mein Interesse an der Publikation eines Romans in Episoden rührte daher, dass ich mich thematisch etwas verändern wollte. Zum Ausprobieren neuer Themen und Genres ist eine Veröffentlichung in Episoden eine gute Möglichkeit. „Beißen Leserinnen und Leser an und bleiben bis zum Schluss, ist das ein passender Indikator dafür, dass der Genre- oder Themenwechsel funktioniert. Wenn die Geschichte über einen bestimmten Zeitraum zuverlässig gelesen wird, ist das ein Indiz dafür, dass der Inhalt des Projekts trägt.“

Auch für Erstlingswerke kann die Veröffentlichung in Episoden ein guter Qualitätsindikator sein. Da die modernen Medien Möglichkeiten von Kontakten mit Leserinnen und Lesern bieten, können Autoren aus den unmittelbaren Reaktionen ihrer Leser lernen.

Bei meiner Suche stieß ich zunächst auf die
Loveryapp. Über die App können Leser und Autoren der Genres Liebesromane, Erotik und Spannung Kurzgeschichten oder Episoden von Erzählungen und Romanen herunterladen, die Mit Klang- und Bildeffekten angereichert sind.
Leser und Leserinnen bezahlen ein Monatsabonnement, dass wie die üblichen Leseabonnements von Kindle & CO funktioniert. Wenn sich die Zahlungsmodalitäten im letzten Vierteljahr nicht geändert haben, erhalten Autoren pro Episode 60,00 €.

Wer bezogen auf die audiovisuellen Medien versiert ist, Spaß an diesen Dingen hat und wessen Inhalte sich für die Anreicherung mit Klang- und Bildmaterial eignet, kann seine Werke aus den oben genannten Genres gut bei Lovery einstellen. Wer in anderen Genres „unterwegs“ ist, sich mit audiovisuellen Medien nicht auskennt oder sich damit nicht befassen möchte, sollte sich, wie ich es nach reiflicher Überlegung getan habe, nach anderen Möglichkeiten umschauen.

Obwohl mir eine Mitarbeiterin von Lovery Unterstützung bei der Gestaltung meines Projekts, Stella auf Erden, zugesagt hatte, war mir die Sache nicht geheuer, da ich im Blindflug nicht wirklich selbst beurteilen kann, ob Bilder, visuelle Effekte oder Filme zu meinem Projekt passen. Darüber hinaus gebe ich zu, dass ich wissen wollte, ob mein Schutzengelroman als Text für sich allein stehen kann. Zudem passt Stella bezogen auf die angebotenen Genres nicht gut zu diesem Portal.

Also suchte ich weiter und fand
Younetlib.

Ende Februar nahm ich Kontakt mit Younetlib auf. Und nach einem Gespräch mit ihm schickte ich die ersten acht Kapitel meines Romans ein. Wir einigten uns darauf, miteinander zu arbeiten und ich erhielt den Vertrag für das Projekt. Seit Anfang Mai ist bei Younetlib verfügbar und kann für 03,99 € abonniert werden. Damit ist der Roman in einem geläufigen Preissegment für Ebooks erhältlich. Nach Ablauf des Episodenprojekts ist eine Publikation als Ebook und Taschenbuch vorgesehen. Werke aller Genres werden angenommen. Erstlingswerke sind herzlich willkommen.

Im Hintergrund dieses Projekts steht keine App. Leserinnen und Leser erhalten die täglichen Episoden eines Werks via Mail und können sie in ihrem eigenen Bereich auf der Homepage finden. Die Registrierung für Leser ist kostenfrei. Zahlungspflichtig sind die abonnierten Werke. Verfasser erhalten Verträge, die jeweils für eines ihrer Werke gilt. Sie erhalten 51% vom Nettoverkaufspreis. Das Einkommen ist daher von der Zahl der Abonnenten abhängig. Die Auszahlung erfolgt ab einem Wert von 25,00 € am 10. des Folgemonats.

Die Zusammenarbeit mit den Gebrüdern Hörl funktionierte in der Entwicklungs- und Publikationsphase via Telefon und Mail ausgezeichnet. Einigungen bezogen auf Klappentext, Titelbild et c. waren einfach möglich. Leser und Leserinnen haben die Möglichkeit, über das Portal mit mir Kontakt aufzunehmen, ihre Meinung zu äußern.

Ein guter Anfang ist gemacht. Ich hoffe, Leserinnen und Lesern mit den 58 Episoden jeden Tag etwas Freude und gute Unterhaltung bieten zu können. Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute und viel Erfolg gerade dann, wenn Ihr Euch wagt, Euer Werk in Episoden zu veröffentlichen.

Liebe Grüße

Paula Grimm