Paulas Schreibtagebuch – Gedanken zum Thema über Blindheit schreiben

Guten Tag,

am Anfang war ein Familienstreit, den ich stark abgewandelt zu einer Kurzgeschichte verarbeitet hatte. Es ging um eine Zankerei meiner Nichten mit meinem Neffen, in den sich die Mutter, meine ältere Schwester, eingeschaltet hatte. Meine Geschichte, deren Titel ich schon gar nicht mehr weiß, lag unbesehen zwei Jahre auf der Festplatte meines Notebooks. Als ich sie gelesen habe, um zu entscheiden, was mit der Datei passieren sollte, wusste ich auf einmal, dass daraus mehr werden sollte. So entstand der Roman Orca, den Ihr auf meiner Autorenseite bei Amazon als Ebook, Hör- und Taschenbuch finden könnt.

Dieser Hergang zeigt, dass ich das nehme[-was kommt], was mir in den Sinn kommt oder über den Weg läuft, mich „anmacht“ und nicht mehr [-loslässt. Das können Geschichten über blinde Menschen sein oder auch nicht. Da war und bin ich ganz offen. Und ich habe mich von Anfang an geweigert, die Wahrscheinlichkeitsrechnung zu bemühen, ob und wann es denn so weit ist, dass ich über andere blinde Menschen oder mich selbst schreibe.

Selbstverständlich kenne ich viele Menschen, die vollblind sind wie meine Wenigkeit. Ich kenne Geburts-, Früh- und Späterblindete. Und man schreibt über das, was man kennt. Doch ich kenne nicht nur blinde Menschen. Ich kenne alte, junge, große, kleine und besondere Menschen, die trotz bestimmter Merkmale nirgendwo so richtig hineinpassen. Und die „Unpassenden“ interessieren mich vor allem, ob sie blind sind, andere Handicaps haben oder nicht.

In Gesprächen mit Leser*innen über Orca und den zweiten Roman Felicitas wurde ich oft gefragt, warum ich nicht über Blinde schreibe. Darauf hin habe ich immer gesagt, dass ich nicht ausschließe, über blinde Personen zu schreiben. Es aber nur dann tun würde, wenn mich eine Idee, in der eine blinde Person vorkommt, „anmacht“.

Im Roman Felicitas, den es ebenfalls als Ebook, Hör- und Taschenbuch z. B. auf meiner Autorenseite bei Amazon gibt, kommt die Cousine der Titelheldin vor. Sie heißt Gretchen Haechmanns. Allerdings ist sie durch den Unfall, den sie im Alter von sieben Jahren hatte, nicht nur erblindet. Über die Gemeinheit ihrer Eltern, ihre einzige Tochter wie eine bekannte Hexe zu nennen, muss an dieser Stelle nichts gesagt werden. Aber es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Gretchen und Felicitas Vertraute sind.

Im Jahr 2017 gab es eine Ausschreibung für einen Literaturwettbewerb mit dem Thema Aufstieg durch Bildung. Ursprünglich wollte ich an diesem Wettbewerb teilnehmen, als mir die Geschichte von Sibylle Leuchteblau einfiel. Zu einer Teilnahme ist es dann nicht gekommen. Das liegt auch daran, dass sich die Grundzüge von Sibylles Lebens- und Lerngeschichte mit dem Leben der Mordermittlerin Gesken Paulsen verwickelte. Auch sie hat einen sehr speziellen Lebensweg. Aber doppelt gemoppelt wäre wohl für den Wettbewerb zu viel geworden.

Es gibt Klischees über Blinde. Und ein Klischee ist die Musikalität blinder Menschen. In dem Sibylle Leuchteblau eine außergewöhnlich vielseitige Flötistin ist, bediene ich diese Vorstellung. An diesem Punkt begegnen wir wieder einmal dem Hauptproblem, das es mit geläufigen Vorstellungen immer gibt. Die Vorstellung, dass blinde Menschen aus dem Musizieren Freude, Lebenskraft und Entwicklungsmöglichkeiten schöpfen können, ist ja nicht falsch. Daraus für Blinde ein „Musikalitätsgesetz“ abzuleiten, hat mit der Lebensrealität kaum etwas zu tun.

So ist Sibylle Leuchteblau unendlich viel musikalischer als meine Wenigkeit. Musikbegeistert aber vollkommen ohne musikalische Vorbildung kam ich in die Blindenschule. Anders als viele meiner Altersgenossen hatte ich keine musikalische Frühförderung erhalten. Dabei galt es in gewisser Weise als normal, dass gerade mit blinden Kindern schon vor der Schulzeit gesungen wurde oder sogar Anfänge von Instrumentalunterricht gemacht worden war.

„Und wer schon etwas hat, dem wird gegeben.“ So bekamen meine Mitschüler weiterhin Einzelunterricht oder konnten schon in der Grundschulzeit in die Schulband.

Auch Bylle ist nicht für musikalische Förderung vorgesehen. Also ist ihre Geschichte mit der Musik die Geschichte einer Selbstbildung, eine Geschichte über die Eroberung eines vermeintlich selbstverständlichen Lebensbereich durch einen Menschen, der nichts weiter im Sinn hat, als sich selbst zu entwickeln. Und ich hoffe inständig, dass es mir im ersten Band gelungen ist und in den beiden weiteren Bänden gelingen wird, Bylles musikalischen Lebensweg in allen Details als das zu beschreiben, was er ist, Selbstentwicklung, Lebenselixier und ein Geschenk für sie und alle Menschen um sie herum.

Was ich ebenfalls hoffe, ist, dass Bylles Weg insgesamt lebensnah und vielseitig von mir beschrieben werden kann, ohne dass ich bloß nur ein Erklärbär für das Thema Blindheit bin. Ich kann mir nicht sicher sein, dass der kräftige Schuss Magie und Mythologie, den es in meinen Büchern immer gibt, als Würze gegen den trockenen Realismus reicht.

Meine Bücher findet Ihr z. B. unter dem Link zu meiner Autorenseite auf Amazon.

Und hier kommen die Links zum ersten Band von stille Bylle: Slaap min Kind up witte wulken:
Bei Amazon
Bei Googlebooks
Bei Kobo

Liebe Grüße

Paula Grimm

Paulas Schreibtagebuch – Bunter Leteraturmarathon 2020

Guten Tag,

gerade weiß ich nicht, ob ich mich ärgere oder ob ich traurig bin, dass ich mit meinen Texten aus Felicitas und über die Farbe blau nicht am Literaturmarathon von WDR5 teilnehmen kann. Aber vielleicht ist unter den Leserinnen und Lesern meines Blogs die Eine oder der Andere, der oder die noch einen unveröffentlichen Text über eine oder mehrere Farben in der Schublade oder auf der Festplatte hat.

DEr Literaturmarathon von WDR5 findet traditionell im März im Funkhaus des WDR statt. Im Jahr 2020 beginnt er am 13. März um 22.00 Uhr und endet am 14. März um 22.00 Uhr. Das Thema lautet: 100 Bücher 100 Farben.

Zum zweiten Mal können Hörerinnen und Hörer auch eigene unveröffentlichte Texte zum oben genannten Thema einrichen. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2019.

Und hier geht’s lang zur Beschreibung: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/veranstaltungen/literaturmarathon/literaturmarathon-ihr-text-100.html.

Liebe Grüße

Paula Grimm

Paulas Schreibtagebuch – Die Paula lässt das Bloggen nicht!

Guten Tag,

es gilt: „Die Paula lässt das Bloggen nicht!“ Und da mir, der Paula, bloggen mit seinen Möglichkeiten und seiner Struktur eine Arbeitshilfe ist, gibt es zum aktuellen Schreibprojekt mit der Protagonistin Gesken Paulsen einen eigenen Blog. Und hier geht’s lang zum aktuellsten Post:

https://geskenblog.home.blog/2019/07/31/stille-bylle-slaap-min-kind-up-witte-wulken-auszug/.

Ich wünsche Euch gute Unterhaltung mit den grundlagen, Fällen, FAkten, Privatsachen und Privatkram!

Liebe Grüße

Paula Grimm

Aus Paulas Schreibtagebuch – Ales auf Anfang

Guten Tag,

am lebenden Beispiel lernen ist eine der einfachsten Arten zu lernen. Immerhin muss man sich noch anschauen, was andere tun, um herauszufinden, welche Fehlerquellen es gibt, und was gut machbar ist. Vorsicht ist aber geboten. Denn, was für den Einen überhaupt nicht gut ist, kann für den Anderen genau das Richtige sein. So musste ich feststellen, dass für mich das Führen eines eigenen Webshops nicht machbar ist. Also habe ich ihn heute Vormittag endgültig geschlossen. Und auch bezogen auf andere Arbeitsaspekte hieß es in der jüngsten Zeit, zurück zu den Wurzeln.

So hatte ich zum Beispiel für mein Buch stille Bylle ein Vorwort verfasst, dass ich jetzt wieder gestrichen habe. Dazu gibt es dann über diesem Beitrag einen eigenen Artikel.

Bloggen fühlte sich von Anfang an wie etwas an, das zu mir passt. Begonnen habe ich im Jahr 2008. Allerdings dauerte es seine Zeit, bis ich mich endgültig für das CMS von WordPress entschieden hatte. Ab November 2012 bin ich bei WordPress.com. Webseiten, die über WordPress.org geführt werden, nutze ich erst seit 2017.

Ich komme nicht nur gut mit den Möglichkeiten und Erfordernissen von WordPress zurcht. Inzwischen gibt es auch stabile Besucherzahlen. Schade ist nur, dass wenig kommentiert wird. Auch die Verbindungen zu Facebook und Twitter helfen. Das sind Gründe genug, um unverdrossen weiter zu bloggen.

Für Selfpublisher gilt bei vielen der Verkauf von Büchern über einen eigenen Shop als schlechteste Möglichkeit der Buchvermarktung. Technische und rechtliche Aspekte bedürfen beständiger Pflege, kosten daher viel Zeit und mühe, die dann für das schreiben und die Arbeit am Blog fehlen. Doch selbst im Blindflug habe ich schließlich passende Shopsysteme, mit denen ich arbeiten konnte, gefunden, Woocommerce und Ecwid. Hilfe für die Pflege der rechtlichen Aspekte fand ich bei der It-rechtkanzlei, über die man AGB, Impressum und Datenschutzerklärung günstig warten lassen kann.

Sowohl mit Ecwid und erst recht mit Woocommerce kann man den eigenen Onlineshop mit seinem Blog verbinden. Mir war schon wichtig, alles beisammen zu haben.

Doch braucht der Shop, auch wenn er in eine bestehende Webseite oder einen Blog eingebunden ist, eigene Kooperationen mit Facebook, Twitter & CO. Und dabei ist nicht nur das Problem, dass die Verbindungen mit den sozialen Netzwerken besonderer und ständiger Pflege bedürfen. Sie sind oft bei den Shopsystemen nur mit Aufpreis zu haben. Das gilt auch für Marktplätze wie Ebay etc.

Wer seine Bücher selbst verkauft, muss auch einen Gewerbeschein haben. Daraus ergibt sich, dass Autoren als Gewerbetreibende nicht der Künstlersozialkasse beitreten können und einen höheren Aufwand bezogen auf die Angaben für die Finanzverwaltung haben.

In meinen speziellen Fall ergab sich, dass ich Hilfe bei der Pflege meines Shops, z. B. bezogen auf die graphische Gestaltung gebraucht hätte, dass ich aber niemanden guten Gewissens ausreichend hätte beschäftigen können.

FAZIT

Ich habe viel über die Einrichtung und Verwaltung von Onlineshops gelernt, z. B., dass nach wie vor sehr oft die Bezahlung der Dienstleistungen der Portale nur via Kreditkarte möglich ist, und welche Kosten auf jeden Fall entstehen, bevor man auch nur einen müden Euro verdient hat. Aber mehr als ein Bisschen lehrreich war der Versuch mit eigenem Onlineshop für mich nicht. Denn ich könnte nur ein kleines Sortiment, meine Bücher, anbieten und müsste ungeheuer viel Zeit investieren. Also bleibt’s beim Bloggen! 😉

Liebe Grüße

paula Grimm „Aus Paulas Schreibtagebuch – Ales auf Anfang“ weiterlesen

Paula Grimms Schreibtagebuch – Wochenende und Lesung im Intercityhotel Enschede :)

Guten Tag,

beinahe wäre meine Freude über das kommende Wochenende vollkommen im „Shopstress“ untergegangen. Aber ich lebe gerade in heller Vorfreude auf das Wochenende, das ich mit sieben lieben Leuten in Enschede (Niederlande) verbringen darf. Und morgen Abend ab 20.00 Uhr stellen Maria Hengelman, Katharina Mohini und meine Wenigkeit ihre Werke im Intercityhotel in Enschede vor. Lesungen gehören einfach zum Handwerk dazu. Und diesmal wird es das erste Kapitel aus Felicitas – Die ersten sieben Leben eines Pumas sein. Maria stellt etwas aus Svenjas Tagebuch vor und Katharina Mohini präsentiert ihren aktuellen Roman Wandlungen.

Aber heute kommt erst einmal die Fahrt und ein gemütlicher Abend bei Maria, die schon seit über 30 Jahren in den Niederlanden lebt. Übrigens, ist die nette Truppe eine Whattsappgruppe namens Bücherwurm & Rotstift.

Wer in Enschede oder Umgebung wohnt, vielseitige Frauengeschichten mit Leichtigkeit, Schicksal, Überraschungen und Magie mag, kann ohne Anmeldung im Intercityhotel Enschede vorbeischauen. Eintritt wird nicht erhoben. Und nächste Woche berichte ich dann, wie es gewesen ist.

Liebe Grüße

Paula Grimm

[tagss Lesung, Intercityhotell Enschede]

Paulas Schreibtagebuch – Texthaseonlineshop hier im Blog

Guten Tag,

wenn Ihr hier im Blog stöbert, werdet Ihr ihn gleich finden, den Texthaseonlineshop, der seit dem 29. Mai existiert. Derzeit gibt es immerhin schon drei Produkte, die Ihr bei mir persönlich kaufen könnt, meine beiden Ebooks im Epubformat und den Roman Felicitas als Hörbuch im Mp3-Format, das ich bedauerlicherweise nicht als Zip einstellen konnte. Aber so ist es ja auch im Portal von Xinxii.

Neu war die Idee Bücher selbst online zu verkaufen nicht. Angeblich ist der Eigenverkauf von Büchern, auch von digitalen Buchprodukten, die schlechteste Variante des Buchverkaufs. Mehr als ein Zubrot erwarte ich nicht von meinen Lädchen, in dem ich nicht nur meine Bücher in digitaler Form anbieten möchte. Ich habe vor Tickets für meine Lesungen und Wohnzimmerlesungen in Texthaseonlineshop anzubieten.

Zunächst hatte ich vor mein Pseudonym als Shopname zu verwenden. Doch dann fiel mir ein, dass ich ja ein schönes Logo haben, Texthaseonline von Nicole Mutke. Und dann hatte ich den Einfall, dass Texthaseonline nicht nur das Gesicht des Geschäfts werden könnte, sondern auch für den Shopnamen Pate stehen könnte. Ich denke, es passt! 🙂

Es war ein hartes Stück Arbeit, das passende Shopsystem zu finden, Rechtshilfe ausfindig zu machen, den Shop einzurichten, ihn im Blog einzufügen und die ersten Produkte einzustellen. Es gibt noch viel zu tun, z. B. bezogen auf die Einstellung der Emailtexte, aber der Anfang ist gemacht. Übrigens, wenn das Geschäft bis Ende des Jahres nichts abwirft, werde ich es wieder schließen.

Was bei der Einrichtung eines eigenen Onlineshops passieren kann, was zu beachten ist, davon handelt die nächste Folge von Paula Grimms Hörsalon am Mittwoch dem 12. Juni 2019.

Liebe Grüße

Paula Grimm
P.S.: Und hier geht’s lang zum Shop: https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/shop/.

Paulas Schreibtagebuch – Aktuelles von der Paula

Guten Tag,

in der letzten Zeit war es weitgehend still in Paula Grimms Schreibwerkstatt. Aber denjenigen, die hier häufiger stöbern, wird eine größere Veränderung, die es gegeben hat, nicht entgangen sein, der Buchladen Texthaseonlineshop ist online und in die Schreibwerkstatt eingefügt worden. Dazu gibt es gleich noch einen weiteren Beitrag, der sich ganz speziell mit dem Onlineshop befassen wird. An dieser Stelle schreibe ich dazu nur, dass es viel Arbeit und sehr anstrengend war.

Und obwohl es so viel Arbeit war, ein Shopsystem zu finden und den Laden zu erstellen, war das nicht der Grund dafür, dass auch gestern Vormittag der Podcast ausfallen musste. Ich habe wieder STimmprobleme. Aber am nächsten Mittwoch geht es weiter mit einer Folge mit dem Schwerpunkt „Onlineshopping“ und meinen Lesefrüchten.

Und dann ist ja da auch noch mein aktuelles Buchprojekt. Darüber hinaus werfen einige Dinge ihre Schatten voraus. vom 21. bis 23. Juni bin ich in Enschede. Dort treffen sich die Mitglieder einer Whatsappgruppe, in der ich bin, Bücherwurm und Rotstift. Und eine Lesung gibt es am Samstag auch. Da bin ich mit zwei Kolleginnen im Hotel. Und wir stellen unsere Bücher vor. Auch dazu gibt es zeitnah einen eigenen Artikel.

Liebe Grüße

Paula Grimm

Paulas Schreibtagebuch – Blogparade wie Technik mein Leben verändert – Im Blindflug unter Selfpublishern

Guten Tag,

ich suche nicht nach ihnen, nach den Blogparaden. Aber manchmal finde ich sie oder sie finden mich. Heute folge ich der Einladung der Blogger*innen von anders und doch gleich und gehe der Frage nach, wie Technik mein Leben verändert. Und hier geht’s lang zur Ausschreibung: http://www.andersunddochgleich.de/2019/05/12/blogparade-wie-technik-mein-leben-veraendert/. Herzlichen Dank für die Einladung! Nein Beitrag bezieht sich nur auf einen Lebensbereich, meine Arbeit oder besser gesagt, meine selbstgestellte Aufgabe, das Schreiben.

Verändert hat sich natürlich die Art, wie ich mich über Neuerungen informiere. Hier spielen die eigenen Internetrecherchen aber auch Newsletter eine wichtige Rolle. Doch längst nicht alle Neuheiten ziehen in meinen Alltag ein. So habe ich mich bewusst gegen die Adame & CO. entschieden.

Bloggen, was ich seit 2008 tue, wäre ohne die moderne Computertechnik, die für mich als vollblinde Nutzerin um einen Screen Reader mit Sprache und Brailledisplay ergänzt ist, gar nicht möglich. Bis November 2012 probierte ich unterschiedliche Blogsysteme aus, z. B. Blogger, Myblog etc. Seit dem 16. November 2012 bin ich WordPress treu habe mich aber zuweilen mit meinen Blogprojekten sehr verzettelt. Dass so viele „Blogleichen“ meinen Weg durch das World Wide Web pflastern, hat auch damit zu tun, dass ich in einer Zeit zu bloggen begann, in der ich noch als Webtexterin meine virtuelle Existenz fristete und die Möglichkeiten eigene Bücher zu veröffentlichen gerade einen großen Wandel durchliefen, den ich nicht überblicken konnte und daher nicht zu nutzen traute. Denn eigentlich wollte ich immer schon Bücher schreiben.

Als Webtexterin war ich von Januar 2004 bis September 2013 tätig. Aufgegeben habe ich die Sissiphusnetzarbeit, als meine Hauptauftraggeberin ihr Büro schließen musste. Webtexte werden schlecht bezahlt, und Recherchen über die Produkte und Dienstleistungen, über die man zu schreiben hat, dauern im Blindflug länger.

Nachdem ich die Webtexterei an den Nagel gehängt hatte, habe ich mich arbeitssuchend gemeldet. Und nach wie vor suche ich regelmäßig Jobportale nach Teilzeitarbeit, obwohl ich seit August 2017 als freie Autorin bei der Finanzverwaltung gemeldet bin.

Denn da di Jobsuche nach einiger Zeit keine Aufgabe mehr war, die einen Tag wirklich ausfüllen konnte, habe ich angefangen, das zu tun, was ich seit ich lesen und schreiben kann, immer schon machen wollte, ich habe ein Buch geschrieben und zwar am Computer.

Wer ein fertiges Buch hat, wird umworben. Und wer sich nicht traut, unter die Selfpublisher zu gehen und alle Schritte zur Veröffentlichung und Vermarktung eines Buches selbst oder doch selbst verantwortet zu gehen, gerät schnell an einen der vielen Druckkostenzuschussverlage, bei denen man alles, was für ein Buch getan werden muss, kaufen kann. Für diesen Fehler ging ein Teil meines ererbten Schonvermögens dahin. Den Druckkostenzuschussverlag, dem ich ins Netz ging, gibt es seit März 2018 nicht mehr. Die drei Verantwortlichen waren plötzlich nicht mehr einfach nur vom Erdboden verschluckt. Sie sind auch durch die Maschen des digitalen Netzes entwischt. Dass man, wenn man es geschickt genug macht, tatsächlich aus dem Internet verschwinden kann, war eine harte Lektion und hat mich viel Lehrgeld gekostet.

Aber ich habe sie gelernt, die Lektion, dass sich Autoren nicht finden lassen sollten, sondern selbst nach den unterschiedlichen Möglichkeiten ihre Bücher zu veröffentlichen, suchen sollten. Mir war immer bewusst, dass das von mir gewählte genre, der magische Realismus, in ein Nischengenre ist, dass meine Art zu schreiben auch speziell ist, und dass ich selbst mutig sein muss und nicht darauf setzen kann, dass ein Verleger in heutiger Zeit diese Projekte wagt.

Wer Bücher selbst veröffentlicht, lernt interessante Menschen kennen. Das gilt vor allem, wenn man nicht alles selbst machen kann. So freue ich mich darüber mit Mira Alexander und Birgit Arnold zusammengearbeitet zu haben. Mira Alexander hat die Buchgestaltung übernommen. Und Birgit Arnold hat den Romanen Felicitas und Orca ihre Stimme geliehen.

Man muss flexibel sein und eigene Strategien entwickeln oder übernehmen. So habe ich meine Blogs als Plattformen genutzt, um über die Cover entscheiden zu lassen. Das haben vor mir schon andere Selfpublisher gemacht. Doch für mich war diese Vorgehensweise geradezu erforderlich.

Mit den modernen Möglichkeiten zu veröffentlichen wird die Geduld, die man braucht, um zum Ziel zu kommen, auf eine harte Probe gestellt. Die Portale, die zur Publikation von Büchern verwendet werden können, verändern ihre Formulare häufiger, was nicht immer gleich zu erkennen ist. Und der Teufel liegt auch hier im Detail. Für mich bedeutete das bedauerlicherweise auch schon einmal, dass ich wechseln musste. Und obwohl ich weiß, dass sich eine Sache nicht verändert hat und nicht verändern wird, nämlich, dass ich im Blindflug für die Verwaltung und Werbung länger brauche als meine Kolleginnen und Kollegen, fühle ich mich nicht wirklich benachteiligt. Und inzwischen habe ich das gute Gefühl, dass ich trotz der höheren technischen Aufwendungen an meinem Computer versauern zu müssen. So konnte ich über das Ausfüllen einer Onlinebewerbung im Oktober 2018 live auf der Leipziger Buchmesse lesen. Dafür danke ich den Veranstaltern der Buchmesse Leipzig und dem Selfpublisherverband.
Es ist noch ein langer Entwicklungsweg, der vor mir liegt. Und er wird mit neuen technischen Herausforderungen und Veränderungen gepflastert sein. Aber eine Sache verändert sich nicht. Für dauerhafte Erfolge und Fortschritte braucht man Geduld, obwohl oder gerade weil die moderne Technik schnelles Arbeiten und Veröffentlichen ermöglicht. Die Geduld, die man braucht, hat ein anderes Gesicht bekommen.

Ohne die moderne Technik müsste ich mir etwas anderes einfallen lassen, um meine Zeit sinnvoll zu verbringen. Und wahrscheinlich hätte ich niemals ein Buch veröffentlicht. Übrigens, freut es mich, dass ich über mein Smartphone elektronische Bücher lesen kann, denn viele meiner Kolleginnen und Kollegen können sich zunächst nur eine Ebookveröffentlichung leisten.

 

Was sich auch verändert hat, ist, dass Autorinnen und Autoren leicht in Kontakt zu ihren Leserinnen und Lesern kommen können. So Könnt Ihr ganz einfach Kommentare zu meinen Artikeln und Büchern in diesem Blog hinterlassen. Und es ist auch viel leichter geworden, mehr Eindrücke von der Persönlichkeit eines Autors zu erhalten. So gibt es seit Anfang 2019 meinen Audiopodcast, den Ihr auch über Paula Grimms Schreibwerkstatt erhalten könnt. Darin kann ich über das, was ich tue, locker berichten.

Ich wünsche Euch allen ganz viel Erfolg mit Euren Blogs oder bei der Veröffentlichung von Büchern!

Liebe Grüße

Paula Grimm

P. S.: Was ich gern noch viel mehr haben möchte, sind Lesungen, die ich live halten kann als Wohnzimmerlesungen für kleine Gruppen zum Beispiel.

Paulas Schreibtagebuch – Eigenhändig lesen, schreiben und vorlesen

Guten Tag,

wie sehr mir das Lesen, das Schreiben und die Literatur am Herzen liegen, wird mir immer wieder aufs Neue klar. Und es ist mir ein Anliegen und eine Freude Euch an meiner Begeisterung für die Literatur teilhaben zu lassen. Und da die Begeisterung und Magie des Schreibens und der Literatur in meinen Büchern für meine Protagonistinnen auch eine wesentliche Rolle inne hat, gibt es unter den Konzeptlesungen, die ich für Euch entwickelt habe, auch eine über die Magie der Bücher, die Ihr unter https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/2018/10/16/lesungen-von-paula-grimm-03-von-der-magie-des-schreibens/. Und da mir alles rund um lesen und schreiben immer wieder im Kopf herumgeht, findet Ihr bereits einige Artikel in meiner Schreibwerkstatt zum Lesen, zum Schreiben und zum Vorlesen. Und da auch neue Leserinnen und Leser in diesem Blog stöbern, und da manche Beiträge zu neuen unterschiedlichen Aspekten und Perspektiven von aktuellen Posts passen, erinnere ich an ältere Artikel dieses Blogs. So ist das auch in diesem Beitrag, in dem es mir darum zu tun ist, Euch zu zeigen, wie wichtig es mir ist, in meinen Lesungen eigenhändig zu lesen.

Nicht jede(r) vollblinde Autor(in) entscheidet sich dafür, in ihrer oder seiner Lesung Texte vorzutragen. Vollblinde oder stark sehbehinderte Schriftsteller*innen nutzen oft auch die Möglichkeiten der modernen Technik, z. B. MP3-Player oder einen Leser, der ihre Texte bei öffentlichen Veranstaltungen vorträgt. Unter Autor*innen mit Seheinschränkungen reißt die Diskussion darüber, ob Lesungen mit Groß- oder Punktschrift nicht zu aufwendig und auffällig sind und ob die Auffälligkeit des mitgebrachten Lesestoffs nicht das Gespräch mit den Leserinnen und Lesern von der Literatur und dem Autor ab- und zu sehr auf die Verwendung der Kulturtechnik durch den Autor hinlenkt.

Es heißt: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!“ DA ich nach über 45 Jahren im Umgang mit der Punktschrift immer noch von der Kulturtechnik der Blinden begeistert bin, macht es mir nicht nur nichts aus auch über die Brailleschrift, und wie ich sie persönlich einsetze, zu reden. Es ist mir sogar eine große Ehre in den Fußstapfen von Louis Braille zu gehen. Damit es bei meinen Lesungen aber nicht nur um die Punktschrift geht, empfehle ich gern Paula Grimms Schreibwerkstatt und die folgenden beiden Artikel, die ich im Jahr 2017 hier eingestellt habe, weiter.
1. Sechs Punkte für sechs Punkte
In diesem Artikel geht es um die Geschichte der Brailleschrift und meine ganz persönliche Beziehung zur weltweit anerkannten Kulturtechnik der Blinden. Und hier geht’s zum Beitrag: https://www.paulagrimmsschreibwerkstatt.de/2017/07/24/aus-paulas-schreibtagebuch-sechs-punkte-fuer-sechs-punkte-ueber-die-punktschrift/.

2. Fünfundvierzig Jahre mit der Brailleschrift
Auch in diesem Post, der genau 45 Jahre nach meiner Einschulung in die Blindenschule Düren erschien, ist von persönlichen Erfahrungen geprägt. Ein wichtiges Augenmerk dieses Beitrags liegt auf der Modernisierung im Umgang mit der Brailleschrift.

Für Leserinnen und Leser ist jedoch wohl nicht nur das Lesen der Punktschrift interessant. Und so ist sicherlich auch der Eintrag in Wikipedia für Euch informativ. Er enthält auch Bilder von Schreibsachen für blinde Menschen, z. B. Punktschrifttafeln, wie ich sie in meinem aktuellen Buch stille Bylle erwähne. Hier geht’s lang zu einigem Anschauungsmaterial: https://de.wikipedia.org/wiki/Blindenschrift.https://de.wikipedia.org/wiki/Blindenschrift

Seit ich lesen und schreiben kann lese und schreibe ich mehr als von mir gefordert wird. Und ich habe immer noch eine große Freude daran, die ich gern mit Euch teilen möchte, denn ich lese seit ich lesen kann auch gerne vor und lasse mir vorlesen. Wer eine Lesung von mir buchen möchte, kann in diesem Blog stöbern und sich eine der Themenlesungen heraussuchen und mich anmailen oder anrufen. Oder Ihr nehmt einfach so zu mir Kontakt auf. Was mir auch Freude macht, ist, mit anderen im Wechsel zu lesen, wenn es thematisch passt.
Birgit Arnold hat meine beiden ersten Bücher ausgezeichnet vorgetragen. Aber ein besonders großer Wunsch von mir ist, einmal eines meiner Bücher selbst als Hörbuch lesen zu dürfen. Schauen wir mal, ob das nicht vielleicht schon mit stille Bylle im Herbst oder im Jahr 2020 Wirklichkeit werden kann. Drückt mir bitte die Daumen!

Liebe Grüße

Paula Grimm

P. S.: Alle Konzeptlesungen wie die blaue Stunde findet Ihr in der Kategorie Themenlesungen.
P. P. S.: Spannende Themen bei Lesungen über das Lesen gibt es viele wie wäre es zum Beispiel mit der Frage, was Augen- und Handleser gemeinsam haben und unterscheidet.